Was heißt new work?

Aus meiner Sicht ist ein ganzheitlicher Blick auf das Unternehmen unerlässlich, um Veränderungen wirkungsvoll und nachhaltig zu gestalten.

Die verschiedensten Ansätze des neuen Arbeitens, oft unter dem Begriff New Work zusammengefasst, stellen zweifellos diverse und interessante Möglichkeiten dar, wie Organisationen den aktuellen Herausforderungen begegnen können

Selbstorganisation vs. Hierarchie

Ein Merkmal von New Work ist die Arbeit in kleineren sozialen Einheiten, also Teams, die in selbstorganisierter Art und Weise zusammenarbeiten. Selbstorganisation betrifft sachliche Themen im Sinn von Inhalten, aber auch zeitliche Fragestellungen wie beispielsweise was wann und in welcher Zeitspanne durchgeführt werden soll. Da die Teams selbständig über die jeweiligen Abläufe und Prozesse entscheiden, wird intensive Arbeit auf der Sozialebene erforderlich. Immerhin müssen Missverständnisse einfach und möglichst ohne Hilfe von außen geklärt und untereinander so etwas wie gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden können.

Dem gegenüber steht der tayloristische Ansatz der Hierarchie: Die Möglichkeit, viele Tätigkeiten aufzuteilen. Die Führungsebene denkt und lenkt, die unteren Ebenen führen aus. Im Zeitalter der industriellen Revolution, ein perfektes System. Es garantierte, das den Anforderungen eines Käufermarktes so schnell und präzise wie möglich entsprochen werden konnte. Seit den 70iger Jahren, und verstärkt in den letzten Jahren, bemerken wir jedoch immer dynamischere und komplexere Wettbewerbssituationen, globale und enge Märkte und eine hohe Individualisierung. Auf diese neuen Anforderungen reagieren viele Unternehmen jedoch nach wie vor mit den hierarchischen Organisationsmodellen des Industriezeitalters. Diese sind jedoch für das Information-/Wissenszeitalter nicht mehr geeignet. Erste Schritte sind passiert als man die Projektstrukturen eingeführt hat, aber dies war nur ein erster Schritt. Um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir völlig weg vom alten Denken hin zu einer guten, neuen, selbstorganisierten Arbeitswelt.

Wer es gewohnt ist, in formalen Organisationen zu arbeiten, wird sich erst an „Selbstorganisation“ gewöhnen müssen. An dieser Stelle muss auch klar und deutlich gesagt werden, dass Selbstorganisation nichts mit laissez faire oder „jeder kommt, wann er will und tut wie er will“ zu tun hat. Selbstorganisation ist wesentlich strenger und vor allem wertschöpfungs-orientierter als hierarchische Organisationsformen.

Selbstorganisation braucht ein gewisses Maß an Organisation und dafür haben einige New-Work-Ansätze vorgesorgt, indem Rollen und Abläufe definiert wurden. Welche die geeigneten für Ihr Unternehmen sind, dieses Wissen wird im Laufe des Prozesses durch die Arbeit Ihrer MitarbeiterInnen sichtbar.

Beschleunigung vs. Verlangsamung

Wir haben nicht viel Zeit, aber wir müssen sie uns jetzt nehmen“. Diese Erkenntnis führt zur Schlussfolgerung, dass, gerade in der Teamarbeit, technomorphes und soziomorphes Verständnis von Zeit aufeinandertreffen. Das ist im Prinzip nichts Neues, wird jedoch insbesondere im Zusammenhang mit New Work zu einer relevanten Konstante. Man braucht Zeit, um Zeit zu gewinnen.

Zeit sich zu verändern

Mit Organisationsentwicklung strukturieren wir einen Veränderungsprozess, der das gesamte Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter dazu einlädt, sich zu bewegen. Klar muss aber auch sein: wir arbeiten am System und nicht am Menschen! Und: wir holen niemanden ab!

Veränderungen, die in diesem Zusammenhang angestoßen werden, beziehen sich auf Strukturen, Prozesse, Gewohnheiten, unausgesprochene Regeln und auch auf die Unternehmenskultur. Sie zielen darauf ab, die Organisation und ihre Mitarbeiterinnen wieder effektiv werden zu lassen. Da mein Fokus New Work ist, bin Expertin für die Gestaltung von Selbstorganisation. Denn auch Selbstorganisation braucht Organisation, Struktur und ganz klare Regeln.